‚Die Bastei während eines Sonnenuntergangs‘ – Hinter den Kulissen

Die Bastei während eines Sonnenuntergangs

Im Mai 2018 war ich in Sachsen, genauer: in der Bastei. Mein eigentliches Zielfoto (um die Worte Stephan Wiesners aufzugreifen) war ein Photo der Basteibrücke mit der von rechts unten nach links oben verlaufenden Milchstraße im Hintergrund. Dafür wollte ich eine Mehrfachbelichtung anfertigen, zunächst die Basteibrücke mit den angrenzenden Felsen und der restlichen Landschaft während des Sonnenuntergangs gut belichten und dann die Milchstraße mit dem galaktischen Zentrum gegen ein bis zwei Uhr mit einer Langzeitbelichtung von wenigen Minuten aufnehmen. Jedoch gab es einige Einschränkungen, von denen sich manche vor, während oder nach der eigentlichen Aufnahmezeit herausstellten.

So war mir von vornherein klar, das mein Objektiv nicht gerade für die Sternenfotografie prädestiniert ist. Das 18-35mm hat zwar einen geeigneten Weitwinkel, den ich dank des Vollformatchips auch komplett nutzen kann, doch leider ist die maximale Offenblende viel zu klein (1:3.5) und selbst wenn ich sie benutzt hätte, wären die Bilder in den Rändern sehr verwaschen und nicht schön gewesen. Daher musste ich Blende 8 einstellen, darauf hoffen, dass meine D810 die Probleme kompensieren kann und ich in der Nachbearbeitung das Meiste rausholen kann. Aber nix da. Manche der Bilder waren voll mit Hot Pixels, andere hatten extreme Farbverschiebungen und so weiter. Dennoch konnte ich manche Bilder teilweise retten, auch wenn sie nicht zum verbreiten geeignet sind, da die Basteibrücke zu dunkel ist.

Während ich die Fotos aufnahm, gab es natürlich noch andere Probleme, die mir allerdings erst vor Ort klar wurden. Die Nächte waren kalt, meine Tage lang. Ich war dem entsprechend müde und hab es nur an einer der drei Nächte geschafft, bis ca. um eins wach zu bleiben. An den anderen Tagen hat es sich aber schon der Bewölkung wegen nicht gelohnt. Ich stand ab etwa 19 Uhr auf dem Felsen, meine D810 mit Fernauslöser auf dem massiven (bestimmt 10-15kg schweren) Berlebach montiert, habe mir eine gute Perspektive ausgesucht und auf einen schönen und möglichst windstillen Sonnenuntergang gewartet. Ich habe dennoch regelmäßig Fotos gemacht, nur zur Sicherheit. Zwischendurch kamen auch andere Beobachter und Fotografen vorbei, mit denen man sich nett unterhalten und seine Gedanken teilen konnte. Am späteren Abend war die Basteibrücke beinahe durchgehend leer und nur wenige Besucher konnten die Aufnahmen stören. Ich glaube es war am zweiten Tag, als eine Gruppe mit ziemlich hellen Stirn- oder Taschenlampen sehr lange gegen den Felsen am linken Bildrand oder in unsere Richtung leuchteten. Das war ein weiteres Problem mit dem man nicht rechnen konnte und das ein gelungenes Foto merklich erschwerte. Auch das Wetter ist, gerade im Mai, Glückssache und in den drei Tagen, in denen ich da war, glücklicher Weise auch recht gut, wenngleich nicht gut genug :-/.

In der Nachbearbeitung haben sich weitere Probleme aufgetan: Die Kamera konnte nicht alle Einschränkungen des Objektivs kompensieren und die Perspektive blieb während meiner Stunden auf dem Felsen nicht exakt gleich, weshalt ich die Bilder nicht übereinander legen und mein Zielfoto erreichen konnte.

Daher ist das einzige Bild meines kleinen Basteiurlaubs das oben gezeigte, es entstand während eines traumhaften Sonnenuntergangs, die Röte Dresdens und der untergehenden Sonne wurde dank der tief stehenden Wolken bis in mein Sichtfeld „getragen“. In der Nachbearbeitung habe ich die Farben stärker gesättigt, den Himmel schön bunt gestaltet, ohne jedoch den Vordergrund zu endstellen.

Zwar habe ich mein Ziel nicht erreichen können, aber dennoch ein gutes Ergebnis erzielt. Außerdem habe ich mich während meiner Abende mit wirklich netten Leuten über Gott und die Welt, aber doch primär über die Fotografie unterhalten können.

Und an alle, die überlegen, ob sie einmal in die Bastei oder Umgebung fahren sollten: Macht es, die Bastei lohnt sich immer und bei jeden Wetter. Zu empfehlen sind auch Wiesners Videos und Berichte dazu.

Ich wünsche euch allen noch frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr.

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