‚Lange Weile des Mülls‘ – Hinter den Kulissen

Lange Weile des Mülls

Für dieses Bild habe ich zwei Anläufe gebraucht. Den Ersten nahm ich im April 2017, als ich meine D810 gerade neu hatte. Ich war noch relativ unerfahren in der Fotografie, hatte mehr theoretische als praktische Erfahrung.

Doch fange ich lieber mit dem Hintergrund des Bildes an. Ende 2016 fand ich in meiner Schule Aushänge für einen Fotowettbewerb vor, für den ich Bilder bis Anfang Mai 2017 oder so einsenden konnte. Ich hatte richtig Lust daran teilzunehmen, doch fehlte mir sowohl die Digitalkamera als auch die Erfahrung. Mir war fast klar, dass ich meine Kamera im März bekomme, daher habe ich schon Ideen für Fotos entwickelt.

Ich wollte ein Foto mit Hintergrundgeschichte haben, mit einem tieferen Sinn. Meine Idee war, einen Fluss mit Müll/Abfall bzw. von Menschen nicht gewollten und weggeworfenen Gegenständen langezeitzubelichten. Das Wasser des Flusses ist bei einer LZB erkennbar weich und steht in diesem Bild für die vergehende Zeit. Der Müll o.Ä. soll auch für Müll stehen, aber der Fakt, dass er nicht verwackelt ist soll für die lange Weile, die der Müll in unserer Welt existiert, seine nicht-Vergänglichkeit, die Unüberschaubarkeit der Konsequenzen unserer Gesellschaft und ihrer Lebensart, die Unüberschaubarkeit der Konsequenzen unser aller Handelns stehen.

Nun wieder zur Einleitung dieses Artikels. Als ich im April 2017 die erste Version dieses Bildes aufnahm, hatte ich wie geagt wenig Erfahrung im Fotografieren und in der Nachbearbeitung. Das Motiv und die Idee waren da, doch an der Umsetzung scheiterte es. Das Bild war überbelichtet und die Strömung des Wassers war schlecht zu sehen. Letzteres ist durch die Stelle bedingt, die aufgrund der nicht vorhandenen Verwirbelungen des Wassers immer sehr glatt aussieht und die Strömung schlecht zur Geltung bringen kann.

Der zweite Anlauf, etwa ein halbes Jahr oder eineinhalb Jahre später, verlief deutlich erfolgreicher. Die Überbelichtung habe ich vermieden, die Strömung mit Zweigen, die ich während der Aufnahme ins Wasser warf, um eine Bewegung erscheinen zu lassen, zur Geltung gebracht. Ich bin auch sehr zufrieden mit dser Aufnahme, jedoch hätte ich den Kontrast in der Nachbearbeitung etwas erhöhen sollen, indem ich den Himmel in der oberen rechten und die Lichtspiegelungen im Wasser in der unteren linken Ecke heller gestellt hätte.

Die Aufnahme ist farblos, damit der Fokus auf dem Inhalt, dicht auf dem Wetter oder der Jahreszeit liegt.

Ich hoffe, ihr könnt dem Bild etwas abgewinnen und mit meiner Beschreibung die Gedanken dazu nachvollziehen.

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